Die Arbeitsgruppe »Professionsforschung unter besonderer Berücksichtigung der Fachdidaktiken« führt Forschungs- und Entwicklungsprojekte durch. Auf diesen Seiten informieren wir über aktuelle und abgeschlossene Projekte, die wir an der Abteilung Schulpädagogik des Instituts für Erziehungswissenschaft und an der Tübingen School of Education (TüSE) durchführen.
Projekt
Mapping von Formal- und Realstrukturen der Bildungsadministration (REFORM)
Die Bildungsadministration bildet aufgrund der rechtlichen und administrativen Einbettung von Schule und Bildung eine zentrale Gelenkstelle zwischen Bildungspolitik und Bildungsinstitutionen. Obwohl das wissenschaftliche Interesse an Akteur:innen der Bildungsadministration wächst, ist über deren Strukturen bislang wenig bekannt.
Dieses Desiderat adressiert das an der Universität Konstanz angesiedelte und von der Robert Bosch Stiftung geförderte Forschungsprojekt "REFORM – Mapping von Formal- und Realstrukturen der Bildungsadministration" in einem explorativen Design.
Ausgangspunkt ist die organisationstheoretische Differenzierung in formal-institutionelle (z.B. Gesetze, Verordnungen, Organigramme) und informell-organisationale (z.B. mündliche Absprachen) Strukturen. Aufgrund des verfassungsrechtlich verankerten Bildungsauftrags und dem damit einhergehenden Gleichbehandlungserfordernis ist diese Dichotomie, so die zentrale These, für die Bildungsadministration um eine dritte Strukturebene zu ergänzen: Realstrukturen (z.B. routinisierte interne Abstimmungsprozesse, interne Leitlinien, formalisierte Zuständigkeitszuweisungen). Diese sind außerhalb der jeweiligen Organisation intransparent und damit informell, intern jedoch formalisiert und bindend.
Entsprechend dieser Differenzierung besteht die sich über drei Jahre erstreckende Projektanlage aus zwei Modulen: Modul I zielt im Rahmen von Dokumentenanalysen und Expert:inneninterviews auf die Erfassung des formal-institutionellen Aufbaus. Modul II analysiert darauf aufbauend die organisationalen Realstrukturen unter Adaption von in der Kognitionspsychologie etablierten Verfahren des System-Mappings. Aufgrund der Länderhoheit in schulischen Bildungsfragen in Deutschland (Art. 7 Abs. 1 GG) werden exemplarisch zwei Bundesländer untersucht. Das Erhebungsinstrumentarium von Modul II wird je Bundesland explorativ entwickelt.
Die Projektleitung liegt bei Dr. Julia Hugo.
Publikationen
Präsentationen
N.N.